Der Stromverbrauch der Smarthomekomponenten ist nicht zu unterschätzen!

Die einzelnen Komponenten verbrauchen teilweise nur sehr wenig Strom, z.B. eine HUE-Lampe lediglich 0,5 Watt. In Summe kommt man allerdings sehr schnell auf einen Gesamtverbrauch, der am Tag über 1kW liegen kann. Bei einem angenommenen Strompreis von ca. 30ct pro kWH belaufen sich die monatlichen Kosten bereits auf fast 10€, im Jahr damit weit über 100 €.

Mit den eigenen Boardmitteln kann man allerdings den Stromverbrauch senken.

Welche Komponenten müssen überhaupt mit Strom versorgt werden, wenn man nicht zuhause ist?
Oder welche Komponenten können eigentlich nachts problemlos ausgeschaltet werden?
Wie erkenne ich eigentlich, dass niemand zuhause ist?

Kümmern wir uns doch auf dieser Seite um genau diese Fragen, los geht’s!

Zunächst hier einige Produkte, mit denen wir den Stromverbrauch ermitteln können, mittlerweile fällt unsere Empfehlung auf den Shelly S:

Wieviel Strom verbrauchen eigentlich die einzelnen Geräte, z.B. ein Shelly 1 oder eine HUE-Lampe im Standby?

Philips HUE, IKEA Tradfri und andere Lampen bzw. Steckdosen auf zigbee-Technologie verbrauchen ca. 0,5 Watt im Standby, d.h. ca. 12 Watt pro Lampe am Tag.

Lampen oder Schalter auf WLAN-Basis verbrauchen etwas mehr Strom als die Komponenten mit Zigbee, pro Gerät sind es ca. 0,7 Watt, d.h. ca. 17 Watt am Tag.

Shelly 1pm, 2.5 und Dimmer werden per WLAN in das Netzwerk eingebunden. Der Einsatz der WLAN-Technologie verbraucht mehr Strom als zigbee, der Standby-Strom der Shelly-Devices beträgt ca. 0,7 Watt.

Die HUE-Bridge verbraucht ca. 5 Watt, d.h. 120 Watt am Tag, die Bridge von IKEA verbraucht dagegen nur ca. 2 Watt, d.h. 50 Watt am Tag.

Ein Raspberry PI mit ioBroker, FHEM, o.ä. verbraucht ca. 5 Watt, d.h. ca. 120 Watt am Tag.

Der Echo Dot von Amazon verbraucht ca. 3 Watt, d.h. am Tag ca. 72 Watt.

Sonos Play 1, Sonos Play 3 verbrauchen auch ca. 5 Watt im Standby, im Betrieb durchschnittlich ca. 10 Watt. D.h. alleine der Stromverbrauch im Standby beläuft sich auf ca. 120 Watt pro Tag pro Box, in einem Haushalt mit 5 Sonos-Boxen sind dies bereits alleine 0,6 kWH.

Entscheidend für den Stromverbrauch des Smarthomes ist die Anzahl der aktiven, eingeschalteten Geräte. Lampen, Steckdosen, Rolladensteuerung, Ladegeräte für devices und Hubs/Bridges summieren sich schnell in einem Haus auf bis zu 100 Einzelgeräte, die im StandBy bzw. aktiven Zustand Strom verbrauchen.

Tipp: Um den tatsächlichen Strombedarf eines Geräts zu messen benötigen Sie am besten eine Zwischensteckdose mit Verbrauchsmessung, z.B. von AVM Fritz!DECT 200 oder auch HomeMatic .

Gehen wir von einem klassischen Reihenhaus bzw. 1-Familienhaus mit 5 Zimmern, Küche, Bad, Treppenhaus, Keller, elektrische Rolläden, Sonos-Boxen aus, sieht die Berechnung wie folgt aus:

Gerät Anzahl Standby-Verbrauch Gesamtverbrauch 1 Tag/24 Stunden
Lampen (HUE, Tradfri, Osram, usw.) 50 0,5 Watt 600 Watt
WLAN-Devices (Steckdosen, Shelly) 15 0,7 Watt 252 Watt
Raspberry PI o.ä. 1 5 Watt 120 Watt
Hubs, Bridges (Hue, Osram, Tradfri, CCU) 3 5 Watt 360 Watt
Sonos Boxen, Tradfri Boxen 5 5 Watt 600 Watt
Amazon Echo Dot 2 6 Watt 144 Watt
Sonstiges (Roborock, IR-Hub, uvm.) 1 10 Watt 240 Watt
Gesamt ca. 2.300 Watt, 2,3kW

Die angenommenen Werte gehen davon aus, dass nahezu alle Lampen smart sind und generell an vielen Stellen im Haushalt weitere smarte Devices zum Einsatz kommen. Gleichzeitig ist das Szenario aber auch nicht übertrieben, summieren sich wie geschrieben die Einzelsummen doch in diesem Fall zu einer nicht unerheblichen Systemlast von ca. 2,3 kWh, d.h. ca. 60ct am Tag, 18,- € im Monat (69kWh) und 216 € im Jahr (828 kWh).

Die Berechnung geht davon aus, dass alle Komponenten 24/7, also jeden Tag insgesamt 24 Stunden eingeschaltet bzw. im Standby sind und per Smarthome eingeschaltet werden können.

Tipp: Überlegen Sie sich, zu welchen Tageszeiten welche Smarthome-Komponenten nicht benötigt werden. Mit entsprechenden Geräten (smarte Steckdosen) und Schalt-Logiken (z.B. in der HUE-APP oder ioBroker) können Sie die Geräte ausschalten und damit Strom sparen. Je nach Setup des Smarthomes sind 30 – 50 % Ersparnis möglich.

In vielen Fällen ist dies allerdings gar nicht erforderlich und auch nicht sinnvoll. Nachts wird keine Sonos-Box oder auch keine Alexa benötigt. In Räumen, die wir nur selten nutzen kann das „Licht“ bzw. können die Komponenten auch ganz ausgeschaltet werden.

Strom sparen durch automatisches Ausschalten

Tipp: Mit einem Shelly 1pm lässt sich sehr günstig eine Steckdose für die Stromverbrauchmessung bauen. Wir benötigen lediglich ein Leergehäuse und einen Shelly 1pm, das Ergebnis sieht dann so aus:

Günstige Steckdose zur Stromverbrauchsmessung mit shelly 1pm

Die benötigten Teile (Leergehäuse, Shelly) sind über diesem Tipp verlinkt.

Um Standby-Strom sparen zu können, müssen wir Geräte, Smarthome-devices ausschalten. Dies können wir sinnvollerweise nur tun, wenn diese nicht genutzt werden sollen, also z.B. nachts oder auch, wenn das Haus leer und niemand zuhause ist. Ein- und Ausschalten von Komponenten ist nicht schwer, zu erkennen, wann dies erfolgen soll benötigt etwas Logik und setzt ein etwas fortgeschritteneres Smarthome-Setup voraus. Für die Logiken, d.h. Auswertung des aktuellen Zustands des Smarthomes (Welche Lampen sind eingeschaltet, ist die Haustür zugesperrt), benötigen wir eine Smarthome-Zentrale, z.B. ioBroker, wie im Einstieg beschrieben.

Die Funktionsweise sieht dann in Theorie so aus:

Nachts ausschalten

  1. Ab einer Gewissen Uhrzeit (übliches Bettgeh-Verhalten, z.B. 23 Uhr) prüfen, ob in Küche/Wohnzimmer/Flur noch Lampen/Geräte eingeschaltet sind
  2. WENN JA, noch nicht ausschalten, WENN NEIN entsprechende Geräte ausschalten
  3. Über einen Zeit-Trigger die entsprechenden Komponenten wieder einschalten

In ioBroker lässt sich dies über ein blockly-Script sehr einfach steuern:

Automatisches zeitgesteuertes Ausschalten mit ioBroker

Automatisches zeitgesteuertes Ausschalten mit ioBroker

Bei Abwesenheit ausschalten

Alle Versuche über eine schlaue Erkennung der Anwesenheiten über WLAN-Geräte im WLAN-Netz, z.B. Smartphones, oder auch über die Bluetooth-Erkennung haben bei uns in der Familie nur bedingt gut funktioniert. Lösung für die Erkennung der Abwesenheit ist bei uns die Tatsache, dass die Haustür tagsüber abgesperrt ist. Nur dann sind keine Personen mehr im Haushalt und die entsprechenden Geräte, z.B. Sonos-Boxen, Alexa Echo Dot, alle Lampen in den Zimmern können ausgeschaltet werden. Doch wie kann ich im Smarthome erkennen, ob die Haustür abgeschlossen ist? Ganz einfach, mit diesem Gadget:

Nuki smartes Türschloss montiert

Nuki smartes Türschloss montiert

Das smarte Türschloss von Nuki kann über die Smarthome-Zentrale, z.B. ioBroker, abgefragt werden und das Schloss meldet selbstständig seinen Zustand, also Tür geöffnet oder verschlossen. Wird die Tür tagsüber verschlossen, werden in Folge automatisch die Geräte ausgeschaltet, wird die Tür geöffnet, werden auch automatisch die Geräte wieder geöffnet.

In ioBroker lässt sich dies über ein blockly-Script sehr einfach steuern:

Automatisches Ausschalten Smarthome wenn Haustür abgeschlossen

Automatisches Ausschalten mit der Haustüre